Antisoziale Persönlichkeitsstörung

Die antisoziale (oder dissoziale) Persönlichkeitsstörung ist dadurch gekennzeichnet, dass jemand ständig soziale Normen missachtet und seine eigenen Ziele rücksichtslos durchsetzt.

Das auffällige Verhalten lässt sich meist schon in der Kindheit und Jugend beobachten: Die Betroffenen missachten Regeln, schwänzen wiederholt die Schule, stehlen, zerstören mutwillig Dinge oder lügen ständig. Im Erwachsenenalter neigen viele zu kriminellem und gewalttätigem Verhalten, übertreten Gesetze und haben eine hohe Risikobereitschaft. Sie können mit Frustrationen schwer umgehen und neigen dann zu aggressivem und gewalttätigem Verhalten. Dabei führen in der Regel auch Strafen oder negative Erfahrungen nicht dazu, dass sie ihr Verhalten ändern.

Ein Teil der Betroffenen ist aber auch nicht kriminell, sondern sozial gut angepasst und sogar beruflich erfolgreich.Charakteristisch ist auch, dass Menschen mit antisozialer Persönlichkeitsstörung ein mangelndes Einfühlungsvermögen haben und deshalb keine Schuldgefühle oder Verantwortungsbewusstsein empfinden, wenn sie anderen Schaden zufügen. Gleichzeitig haben sie aber oft eine gute Fähigkeit, die Gefühle anderer zu erkennen und für ihre Zwecke auszunutzen – zum Beispiel, sie durch besonderen Charme zu manipulieren.

Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer