Charakteristisch für eine Borderline-Persönlichkeitsstörung (auch: emotional-instabile Persönlichkeitsstörung) sind impulsives Verhalten und starke Schwankungen in den Gefühlen, dem Selbstbild und zwischenmenschlichen Beziehungen. Menschen mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung haben oft weitere psychische Beeinträchtigungen, vor allem Depressionen, selbstverletzendes Verhalten und dissoziative Symptome – das heißt, sie erleben sich selbst oder ihre Umgebung als unwirklich oder können sich zeitweise nicht an Aspekte ihrer Vergangenheit erinnern. Durch ihr impulsives Verhalten neigen sie dazu, sich selbst zu schaden oder in Gefahr bringen. So tendieren viele Betroffene zum Missbrauch von Alkohol oder Drogen, haben Fressanfälle, gehen riskante sexuelle Kontakte ein, fahren riskant Auto oder verletzen sich selbst (zum Beispiel Aufritzen der Arme). Auch Versuche, sich das Leben zu nehmen, kommen häufig vor. Sie sind oft ein vermeintlicher „Ausweg“ aus psychischen Krisen oder ein Versuch, das Gefühl der chronischen Leere zu beenden oder von anderen Aufmerksamkeit und Zuwendung zu bekommen.

Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer