Dialektisch-Behaviorale Therapie

Ich schaffe das!

Die unglaubliche Geschichte der Patientin M. führt die Psychologie auf neue Wege. Und hilft uns, Krisen zu überwinden.

Von Katrin Zeug. Erschienen: 14. Oktober 2017, 15:23 Uhr / ZEIT Wissen Nr. 5/2017, 15. August 2017

Institute of Living heißt die Psychiatrie in Hartford, Connecticut, „Thompson Two“ nennen sie die Abteilung für die schweren Fälle. Die schlimmsten davon kommen in das Isolierzimmer. M. ist 17 Jahre alt und schlägt dort ihren Kopf an die Wand. Sie muss oft hier sein, Bett, Stuhl, kleines, vergittertes Fenster, weil sie sonst jede Gelegenheit nutzt, sich die Arme aufzuschlitzen, die Beine, den Bauch oder brennende Zigaretten in ihre Handgelenke zu drücken. Ihr Körper ist voll mit Medikamenten, die ihr die Angst nehmen und Anspannungen lösen sollen, aber sie schaffen es nicht. In dem Zimmer gibt es keine Zigaretten und nichts, was scharf ist. Um ihr Leid zu betäuben, bleibt ihr nur, den Kopf an die Wand zu schlagen. Hart. Und auf den Boden. „Hilf mir jemand!“, denkt sie, aber weiß nicht, was sie sagen könnte und wem. „Ich war in der Hölle“, wird sie später sagen.

Entwicklung einer neuen Therapie

Am anderen Ende des Landes, an der University of Washington in Seattle, beginnt einige Jahre später eine junge Therapeutin ihre Karriere. Von Anfang an interessiert sich Marsha Linehan nur für die ganz harten Fälle. Sie weiß aus dem Studium, dass Verhalten gelernt ist und daher umgelernt werden kann. Bei wem, denkt sie, ist das nötiger als bei Menschen, die immer wieder versuchen, sich umzubringen? Und wie könnte man das Funktionieren einer therapeutischen Methode besser beweisen, als wenn man es schaffte, denjenigen zu helfen, die am meisten leiden? Marsha Linehan ruft in den Kliniken an und bittet um die Fälle, für die andere keine Hoffnung mehr sehen.

Sie wird in den folgenden Jahren eine Therapie entwickeln, die weltberühmt werden wird, die Menschen, geschüttelt von den brutalsten Stürmen, dabei hilft, zu einem lebenswerten Leben zu finden.

Den vollständigen Artikel finden Sie hier:

http://www.zeit.de/zeit-wissen/2017/05/psychiatrie-krise-suizid-depressionen

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Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer