Evidenzorientierte Therapie bedeutet für uns die Anwendung moderner Methoden mit nachgewiesener Wirksamkeit und mit Empfehlungen, die sich aus klinischen Studien ergeben. Dabei orientieren wir uns an anerkannten Leitlinien der Psychotherapeutischen Medizin, Psychiatrie, Psychosomatik und Neurologie. Des weiteren integrieren wir schulenübergreifende Inhalte.

Die therapeutischen Interventionen optimieren z. B. eine internistische Therapie, psychoanalytische Therapie und Sozialtherapie (zur Verdeutlichung: Was nützt die beste Behandlung einer Depression, wenn der Betroffene familiär wenig Perspektiven hat und sich körperlich durch eine Essstörung und durch Diabetes selbst schädigt?). Es geht neben der Akutbehandlung um die Aktivierung selbstregulativer Prozesse von Umwelt, Psyche, Organ- und Immunsystem. Alle Systeme beeinflussen sich in unserer Behandlung gegenseitig und positiv.

Auf diese Weise erfolgt bei der körperlichen Behandlung ein Einfluss auf die Seele (z.B. Selbstvertrauen bei Gesundung), umgekehrt psychotherapeutisch ein Einfluss auf körperliche Prozesse (z.B. Stärkung des Immunsystems). Körper und Seele sind dabei zwei Seiten derselben Medaille. Eigenverantwortung, Selbstregulation und Behandlung halten sich die Waage.

Bei unserem mehrdimensionalen Setting geht es deshalb darum, geistige, emotionale und soziale Vernetzungen sowohl eines Menschen als auch seiner Umwelt in einer Akutbehandlung zu berücksichtigen. Wir nennen es auch „ein systemisches Setting“, da Systeme im Fokus der Behandlung stehen (Kreislaufsystem, Hormonsystem, Nervensystem, Familien- und Sozialsystem, um wenige zu nennen).

Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer