1. Definition und Information

In der G I P Gesellschaft für Interdisziplinäre Psychologie sind zwei Bereiche vertreten:
• die Psychosoziale Medizin und
• die Systemische Beratung www.gipgmbh.de

Medizinisch vertritt die   G I P  eine interdisziplinäre Psychologie
• in der Privatklinik Bad Dürrheim für Psychosomatische Medizin, Psychiatrie und Psychotherapie,
• in der Praxisklinik Dr. Burrer für Psychiatrie, Psychotherapeutische – & Innere Medizin, Suchtmedizin, Spez. Neurologie & Schmerztherapie, Sozial- & Allgemeinmedizin,
• im Penta-Institut für Psychosoziale Medizin und Prävention,
• im Weiterbildungsverbund GIM (Ges. f. Interdisziplinäre Medizin).

Die medizinischen Institutionen arbeiten nach kybernetischen Prinzipien. Diese beinhalten, daß somatische und psychosoziale Regelkreise eines erkrankten Menschen bei einer notwendigen stationären Isolation oder einer medikamentösen Intervention nicht lange unterbrochen werden, sondern im Sinne der Selbstregulation möglichst schnell aktiviert, kanalisiert und reguliert werden.

Die Theorie basiert auf Erkenntnissen der Neurowissenschaften (1) und Kybernetik (7), die sehr viele Berührungspunkte haben, da das Zentrale Nervensystem, bzw. die Psyche eines Menschen nach kybernetischen Gesichtspunkten aufgebaut ist. Auch der Körper, die ökologischen und damit sozialen Systeme arbeiten nach dem Prinzip der Kybernetik und damit der Selbstorganisation.
Störungen treten medizinisch zum Teil auf, wenn der Mensch eingreift und die Rhythmen wie Schlaf, Hunger oder Durst durcheinander bringt. Dies ist möglich durch Einflüsse wie Stress, Informationsüberflutung, Bluthochdruck, Koffein, Alkohol oder Schlafstörungen (16).
Probleme treten ökologisch auf, wenn die Umwelt geschädigt wird , wodurch sich somatische und dadurch psychische Folgeschäden ergeben können (1).
Staaten, Unternehmen und andere soziale System arbeiten nach Prinzipien der Selbstorganisation und damit der Kybernetik (7). Sie werden in erster Linie von den Notwendigkeiten der Gesellschaft gesteuert. Sie werden sinnbildlich gesprochen krank (3), wenn sie diese falsch interpretieren oder Führung nur noch dem Selbstzweck einzelner dient (10, 11, 12).

Ärzte und Hirnforscher konnten diese Erkenntnisse der sehr erfolgreich in Einrichtungen umsetzen. Entsprechend setzt Prof. Burrer dieses Modell seit 20 Jahren zusammen mit PsychologInnen und ÄrztInnen um (8) (10).
Sinnbildlich ist die G I P deshalb in einer ökologisch gesunden Umgebung wie dem Schwarzwald angesiedelt (1). Umwelt und intakte therapeutische Gemeinschaft sind eben zwei Seiten der gleichen Medaille.

2. Fünf  Dimensionen der Medizin

Die G I P vertritt eine psychosoziale Medizin. Sie beinhaltet fünf  Dimensionen:

  1. die physikalische Dimension mit Luft, Erde, Wasser, Wärme, Licht
  2. die biologische Dimension
  3. die soziale (kommunikative) Dimension
  4. die emotionale Dimension,
  5. die mentale (geistige) Dimension,

  • Ziel der psychosozialen Medizin in der GIP ist, psychische, soziogene und somatische Aspekte in der stationären Akutmedizin zu integrieren.
  • Dabei soll die Aktivierung der Selbstregulation biopsychosozialer Prozesse – z. B. in einer umwelt-, familien- und sozial ausgerichtete Akutmedizin – erfolgen.
  • Eine ambulante Behandlung erfolgt in der GIP-Praxisklinik Dr. Burrer praxis-burrer.de.
  • Eine Nachsorge und Prävention erfolgt durch die Praxis Dr. Burrer.

3. Die Interdisziplinäre Medizin

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in der GIP Gesellschaft für Interdisziplinäre Psychologie

Leben hat sich selbstorganisatorisch in einem kybernetisch-informativen Prozess über drei Milliarden Jahre auf der Erde entwickelt (s. auch H. Morowitz 1992). Auch die menschliche Entwicklung stellt sich in einem physikalischen, biologischen, sozialen, emotionalen und geistigen Prozess dar. Fünf Dimensionen (s. Pentagramm) stehen in einer Wechselwirkung zueinander. Sie bestimmen die Interdisziplinäre Medizin, in der nicht Verordnung, sondern das Zusammenwirken
(Synergie) verschiedener Therapien im Vordergrund steht.
Sie entspricht unserem kybernetisch-ökologischen Verständnis Behandlung heißt, in diese korrigierende Impulse somatisch oder psychisch einzubringen. Im
Sinne einer psychosozialen Medizin kann man auch sagen: Behandlung ist in erster Linie nicht Eingriff in körperliche und psychische Abläufe, sondern Korrektur der Selbststeuerung dieser.

Die Psychosoziale Medizin ist somit eine Interdisziplinäre Medizin unter der Berücksichtigung biopsychosozialer Zusammenhänge und Therapieansätze.

Interdisziplinär arbeitet auf diese Weise der Psychotherapeut mit dem Neurologen zusammen, wenn es um eine Neuralgie geht. Der Sozialmediziner unterstützt das Verständnis des Allgemeinarztes für soziale Auslöser einer Erkrankung. Der Internist kooperiert mit dem Neurologen, um zerebrale Prozesse auszuschließen. Dieser arbeitet, wenn der Patient Durchblutungsstörungen zeigt, mit dem Internisten zusammen. Daneben entwickelt er u. U. eine Methode wie das ärztliche Gespräch, wenn sich die Psychotherapie für die Lösung eines Problems als zu zeitraubend erweist.

Exemplarisch gelingt dies
• durch eine internistische Behandlung bei seelisch ausgelöstem Asthma oder Bluthochdruck,
• durch eine psychopharmakologische Behandlung bei einer internistischen Erkrankung wie Angina pectoris,
• durch erforderliche antidepressive Impulse (antidepressive Medikation z. B.) in einer Familientherapie.
• In psychodynamischer (assoziativer) Hinsicht gelingt dies durch Aktivierung von Einfällen oder Erinnerungen, die emotional eine kathartische Wirkung (Aha-Effekt) haben und einen kognitiven Erkenntnisprozess möglich machen.
• In verhaltenstherapeutischer Hinsicht gelingt dies durch Expositionsübungen, die Emotionalität aktivieren, die für eine therapeutische Selbsterfahrung erforderlich ist.

4. Die Interdisziplinäre Psychologie

Unter Interdisziplinarität wird sowohl in der Psychologie als auch in der Medizin die Nutzung von Ansätzen, Denkweisen und Methoden verschiedener Fachrichtungen verstanden. Die Interdisziplinarität der Psychologie hat ihren Ursprung in der Geschichte. In dieser gab es im Laufe der Zeit immer mehr Wissenschaftsfächer und immer mehr Spezialisten.
Die Philosophie in ihrer reinsten Form war zur Zeit von Sokrates zum Beispiel die Grundlage seelischer Forschung.

  • Aus der Philosophie entwickelte sich
  • die Psychologie, aus dieser
  • die somatisch begründete Psychologie = Psychiatrie,
  • die psychisch begründete somatische Medizin = Psychosomatische Medizin,
  • die „sprechende“ Medizin = Psychotherapie und schließlich
  • die alle Bereiche integrierende und interdisziplinäre Psychosoziale Medizin (Medizin – Psychologie – Soziologie)

Der Begriff Interdisziplinäre Psychologie wird in unserer Darstellung deshalb synonym für die aus ihr hervorgegangene Psychosoziale Medizin genannt.

Bei dem gegenwärtigen Stand wissenschaftlicher Entwicklung ist die Vernetzung der Teilaspekte eines Menschen sehr umfangreich. Eine interdisziplinäre oder fächerübergreifende Arbeitsweise umfasst dabei voneinander unabhängige Bereiche, die einer wissenschaftlichen Fragestellung mit ihren jeweiligen Methoden nachgehen. Es spielt hierbei eine untergeordnete Rolle, ob diese selbst interdisziplinäre Ansätze verfolgen oder ob sich diese Ansätze erst durch eine Kombination dieser Fachgebiete ergeben.
Wichtig in Abgrenzung zur Multidisziplinarität ist, dass Methoden zwischen den Disziplinen vermittelt werden und sich damit Lösungsstrategien nicht nur durch einen Austausch von Behandlungen und Denkweisen ergeben.
Interdisziplinarität ist in der Psychosozialen Medizin das Zusammenführen verschiedener Teilaspekte, ein reines Nebeneinander dieser reicht hierfür nicht mehr aus. Ein Teil neuer wissenschaftlicher Fachrichtungen wie z. B. die Biochemie sind aus beständiger interdisziplinärer Zusammenarbeit entstanden. Häufig wird auch eine persönliche Interdisziplinarität praktiziert, wobei im interdisziplinären Fach der Psychiatrie Bereiche unterschiedlicher Disziplinen vereint
werden:

Psychopathologie • Psychologie • Psychosomatik • Allgemeine Innere Medizin • Neurologie • Psychopharmakologie • Psychotherapie • Sozialmedizin • Neuropsychologie • -endokrinologie

Wesentlich für die fächerübergreifende Zusammenarbeit ist, dass ein Verständigungsprozess über die Disziplingrenzen hinweg stattfindet, d.h. eine gemeinsame Sprache gefunden wird, aber auch Kriterien, beispielsweise zur Bewertung der Qualität medizinischer Leistung, erstellt werden.
Diesen »kybernetischen« Verständigungsprozess suchen alle KollegInnen in der GIP mit Praxen, Kliniken und Institutionen.

5. Bereiche einer Psychosozialen Medizin

Antworten auf gesundheitliche Probleme eines Menschen können wie beschrieben nicht mehr aus einem einzelnen Fach heraus gegeben werden. Es ist vielmehr eine Zusammenarbeit zwischen den großen Disziplinen der Medizin wie den Unterdisziplinen Kommunikationspsychologie, Neuropsychologie, Hormonmedizin und Soziokybernetik erforderlich.

6. Typische Krankheitsbilder

siehe auch: https://www.privatinum.de/indikationen/ und www.praxis-burrer.de

  • Belastungsstörungen, Adoleszentenkrisen, Lebenskrisen
  • Anpassungsstörungen, Sexualstörungen
  • Neurosen, Zwänge
  • Psychogene Störungen, Angstneurosen, Phobien, Herzneurosen
  • Somatoforme Störungen und – Schmerzstörungen, Dissoziative Störungen, Konversionsneurosen, Larvierte Depressionen
  • Depressionen, Affektive Störungen und Psychosen psychischer oder somatischer Genese
  • Psychogen-depressive Erkrankungen (sog. „Burnout-Syndrome“ bei Menschen, die dem Druck des Umfeldes nicht mehr standhalten, sich ausgebrannt fühlen oder keinen Sinn in ihrem Leben sehen)
  • Persönlichkeitsbedingte Krisen, Identitätskrisen, Suizidalität
  • Impulskontrollstörungen, AD(H)S im Jugendlichen- und Erwachsenenalter, Borderline-Syndrom
  • Dependenzerkrankungen (nicht stoffgebunden Sucht wie Kauf-, Internet- & Spielsucht)
  • Psychosomatische Erkrankungen der Inneren – und Ernährungsmedizin (Essstörungen wie Adipositas oder Anorexie z. B.)• Funktionelle (somatoforme) Störungen (körperliche Beschwerden ohne Organbefund)
  • Körperliche Erkrankungen mit psychischer Destabilisierung wie Depression (bei Herzinsuffizienz, chronischen Infekten, Asthma bronchiale z. B.)
  • Somatopsychische Erkrankungen: Verarbeitungsprobleme bei schwerwiegenden Erkrankungen (z.B. Diabetes mellitus, Krebs, Herzinfarkt)
  • Soziogene und Soziosomatische Erkrankungen (Stress, Mobbing, Informationsüberflutung, Hyperakusis, Tinnitus z.B.)
  • Traumata durch schwere Schicksalsschläge oder Krankheiten, Posttraumatische Störungen
  • Tinnitus, Schlafstörungen (Insomnien)
  • Neuropsychiatrische Störungen bei Erkrankungen wie Parkinsonsyndrom, Neuritiden, Paralysen
  • Neuropsychosomatische Schmerzstörungen, z.B. Neuralgien wie Ischialgie, Myalgien
  • Psychoendokrinologische Störungen z.B. Störungen der Sexualmedizin und Immunologie
  • Zerebrale Prozesse durch Suchtmittel (stoffgebundene Sucht z. B. durch Alkohol, Drogen oder Medikamente)

7. Ziele einer Psychosozialen Medizin

www.privatinum.de/info/integrative-und-psychosoziale-medizin/

Ziele sehen wir in der
Erfassung der Vernetzung interdisziplinärer Aspekte in einem psycho-sozio-somatischen Prozeß, der sich auf Grund natürlicher Abläufe im menschlichen Körper und der Umwelt ständig ändert (selbstregulativer Anpassungsprozess) akutklinik-bad-dürrheim.de
• Beachtung der fünf Dimensionen wie dargelegt (Behandlungsphilosophie),
Integration psychosozialer Bereiche in der Akutmedizin (19)
Integration von Information und Beratung zur Beschleunigung der Behandlung, www.privatinum.de/info/edukative-therapie/
Integration von Prävention in der stationären Nachsorge

Da die Wirklichkeit, die die psychosoziale Arbeit in der Medizin reflektiert, vielschichtig und komplex ist, findet eine Unterteilung in Einzelbereiche therapeutisch nicht statt. Sie werden entsprechend den interdisziplinären Übergängen nicht getrennt vollzogen.

8. Kooperationen der GIP

Eine Zusammenarbeit erfolgt konsiliar- und liaisonmäßig mit Praxen, Instituten oder Kliniken, die mit uns interdisziplinäre Maßnahmen berücksichtigen und das Ziel verfolgen, PatientInnen stabil in ihr Leben zu integrieren.

Unsere Konsiliartätigkeit erfolgt in folgenden Bereichen:

  • SOMATISCHE MEDIZIN: Neurologie & Schmerztherapie, Suchtmedizin & Innere Medizin
  • PSYCHOSOZIALE MEDIZIN: Psychosomatische Medizin, Psychiatrie, Sozialpsychiatrie, Sozialmedizin
  • PSYCHOSOZIALE THERAPIE: Psychodynamische -, Systemische -, Verhaltens-, Familien-, Paar- und Logotherapie in Liaison für die GIP tätige KollegInnen:
  • ÄrztInnen für Allgemeinmedizin, Anästhesiologie (Schmerztherapie), Akupunktur, HNO, Innere Medizin, Labormedizin, Naturheilmedizin, Orthopädie, Physikalische Medizin
  • SpezialtherapeutInnen für Körperpsychotherapie, Musiktherapie, ACT Akzeptanz- & Commitement-Therapie, Hypnose, Psychotherapie für Erlebnisaktivierung, Soziotherapie

9. Literatur

(1) Bateson, G. ( 1982) Geist und Natur. Eine notwendige Einheit
(2) Foerster v., H. (1993) KybernEthik. Merve Verlag, Berlin, ISBN 978-3-88396-111-8.
(3) Foerster v., H. (2005) Sicht und Einsicht (Erkenntnistheorie, Selbstorganisation und Kommunikation)
(4) Cohn, R., Terfurth C. (1993) Lebendiges Lehren und Lernen, TZI -Themenzentrierte Interaktion- macht Schule
(5) Glasersfeld v. E., (2006) Kybernetik. In: Leon R. Tsvasman (Hrsg.)ISBN 3-89913-515-6
(6) Haken, H., Schiepek G. (2005) Synergetik in der Psychologie
(7) Haken, H., (1978) Synergetische Ordnungprinzipien in Physik und Datenverarbeitung
(8) Haken, H., (2004) Die Selbstorganisation komplexer Systeme – Ergebnisse aus der Werkstatt der Chaostheorie
(9) Luhmann, N., (2002) Einführung in d. Systemtheorie, ISBN 3-89670-292-0
(10) Luhmann, N.. (1988) Erkenntnis als Konstruktion. Benteli Verlag, Bern
(11) Maturana, H., (1994) Was ist erkennen? Die Welt entsteht im Auge des Betrachters.
(12) Maturana, H., (2005) Wie lebendige Systeme ihre Wirklichkeit konstruieren
(13) Watzlawick, P., Bevin, J.H. (2011) Menschliche Kommunikation: Formen, Störungen, Paradoxien
(14) Walker, Wolfgang (1996): Abenteuer Kommunikation. Bateson, Perls, Satir, Erickson und die Anfänge des Neurolinguistischen Programmierens (NLP). Klett-Cotta, Stuttgart, (Grundlagen und Geschichte des NLP), ISBN. 3-608-91976-7.
(15) Grinder, John; Bandler Richard (1982): Kommunikation und Veränderung. Die Struktur der Magie II. Junfermann, Paderborn, (Meta-Modell und Konzept, Original: The Structure of Magic. Vol. II.), ISBN 3-87387-735-X.1976
(16) Uexküll von, Th., Geigges, W. , Plassmann R., (2002) Integrierte Medizin: Modell und klinische Praxis,
(17) F. Attneave: Informationstheorie in der Psychologie (a. d. Engl., Bern 31974);
(18) H. Benesch: Zwischen Leib u. Seele. Grundlagen der Psychologie (1988).
(19) E.W. Burrer: Kybernetik in der Medizin (2014)

Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer

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