In den ICD-10-Leitlinien werden „psychogene Rücken- oder Kopfschmerzen“ bei der anhaltenden somatoformen Schmerzstörung als „dazugehörige Begriffe“ angeführt. Es wird damit betont, dass andere Kopf- und Rückenschmerzen nicht als somatoforme Schmerzstörungen anzusehen sind. Es handelt sich bei somatoformen Schmerzen demnach um subjektiv erlebte Schmerzen, für die objektiv kein organisches Substrat gefunden werden kann. Die meisten Schmerzstörungen, bei denen nach allgemeiner Auffassung psychische und psychosoziale Faktoren eine Rolle spielen, dürfen nach den klinisch-diagnostischen Leitlinien des ICD-10 nicht unter der Bezeichnung „somatoforme Schmerzstörung“ angeführt werden, weil auch psychophysiologische Faktoren (z.B. Muskelhartspann) eine Rolle spielen.

Nach einem derartigen überholten Verständnis einer Schmerzstörung gelten als somatoforme Schmerzstörung im Kopf- und Rückenbereich typischerweise nur diffuse Kopfschmerzen ohne organische Grundlage (Kopfschmerzen auf der Basis eines Muskelhartspann sind bereits als Doppeldiagnose G44.2 und F54 zu kodieren) sowie nicht-radikuläre Rückenschmerzen, weil diese nicht durch eine Bedrängnis der Nervenwurzeln als Folge eines Bandscheibenvorfalls verursacht sind.

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Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer