Schizoide Persönlichkeitsstörung

Menschen mit einer schizoiden Persönlichkeitsstörung haben eine tiefgreifende Kontaktstörung zu anderen Menschen. Sie haben nur eine geringe Fähigkeit, Gefühle – insbesondere Freude – zu zeigen, und wirken auf andere dadurch oft hölzern und starr. Sie leben oft zurückgezogen und haben kaum soziale Kontakte. Häufig ziehen sich in Fantasien zurück – möglicherweise als Ausgleich für die fehlenden Kontakte und die ständige soziale Isolation.

Im Berufsleben wählen sie oft Aufgaben, in denen sie nicht mit anderen zusammenarbeiten müssen – dort können sie zum Teil gute Leistungen erzielen. Engere soziale Kontakte oder Veränderungen, die ihnen von außen auferlegt werden, empfinden sie als bedrohlich und reagieren dann oft mit abruptem Rückzug.

Einige der Betroffenen entwickeln mit der Zeit depressive Verstimmungen oder Ängste. Manchen wird allmählich bewusst, dass sie gesellschaftliche Außenseiter sind und keine Freunde haben. Andere reagieren mit Angst, wenn sie gezwungen sind, im Privatleben oder im Beruf intensivere Kontakte aufzunehmen. Unter günstigen Bedingungen kann sich die Störung manchmal aber auch abmildern – zum Beispiel, wenn jemand Vertrauen zu einem (oder mehreren) anderen Menschen fasst.

Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer