Traumatherapien psychischer Traumafolgen

Traumatische Erlebnisse stellen von alters her eine Grunderfahrung des Menschen dar. Die aus diesen Ereignissen resultierenden schmerzlichen Verluste und seelischen Erschütterungen führten zu zahlreichen Versuchen, die negativen seelischen Folgen mit intuitiven Methoden zu lindern.

Therapien

  • Psychodynamische Psychotherapien des Traumas,
  • Psychodynamisch Imaginative Traumatherapie, PITT, (Luise Reddemann, eine deutsche Protagonistin der Psychotraumatologie und Traumatherapie)
  • Eye Movement Desensitization and Reprocessing, EMDR (Francine Shapiro)

Die Psychotraumatologische Therapie ist interdisziplinär ausgerichtet, wobei Theorie und Praxis eng miteinander verknüpft sind. Man kann sie in verschiedene Felder unterteilen:

Stationär

  • Intervention – notfallpsychologische Akuthilfe und Vorbeugung psychischer Folgestörungenunmittelbar nach dem traumatischen Ereignis
  • Traumatherapie – Behandlung und Beseitigung von traumabedingten Störungen und Symptomen

Ambulant

  • Rehabilitation und Reintegration – Konzepte zur Wiedereingliederung ins Berufsleben
  • Information und Schulung – Schulungen für Risikogruppen (z. B. Feuerwehrleute, Soldaten etc.)
  • Psychohygiene – Schutz der Gesundheit von professionellen Helfern, welche Kontakt zu traumatisierten Menschen haben

Wir arbeiten gerne nach psychodynamischen Verfahren, die den vergangenen Jahren immer mehr an Bedeutung zugewonnen hat.

Dieses Verfahren will die natürlichen Selbstheilungskräfte des Menschen unterstützen und gezielt fördern. Es orientiert sich daher in erster Linie an den Bedürfnissen des Menschen nach Sicherheit, Geborgenheit, Halt, Kraft, Stärke, Wachstum, Kontrolle, Distanzierung, Symptomreduzierung und einer Verbesserung der Befindlichkeit. Es geht daher primär um Neubewertung, Umakzentuierung, Stabilisierung und sichere Bindungen.

Wer viel Leid erfahren hat, kann die Welt nicht mehr als Ganzes und das Leid als Teil des Lebens akzeptieren und erkennen. Diese Menschen scheinen gefangen zu sein im Leid und können die Polarität zwischen Freud/Leid nicht mehr als Ganzes und zusammengehörig erkennen.

Literatur

  • Balint, M. (1969). Trauma und Objektbeziehung. Psyche, 31, 228-245.
  • Federn, P. (1952). In E. Weiss (Ed.), Ego psychology and the psychoses. New York: Basis Books.
  • Ferenczi, S.(1933, 1972). Sprachverwirrung zwi- schen den Erwachsenen und dem Kind. In Schriften zur Psychoanalyse, Bd. II. Frank- furt/M: Fischer.
  • Fischer, G. (2000). Mehrdimensionale Psychodynamische Traumatherapie MPTT. Manual zur Behandlung psychotraumatischer Störungen. Heidelberg: Asanger.
  • Flatten, G., Hofmann, A., Liebermann, P., Wöller, W., Siol, T. & Petzold, E.R. (2001). Posttraumatische Belastungsstörungen. Leitlinien und Quellentexte. Stuttgart: Schattauer.
  • Freud, S. (1919). Einleitung zur Psychoanalyse der Kriegsneurosen. GW XII, 321-324.
  • Fürstenau, P. (1992). Entwicklungsförderung durch Therapie. Grundlagen psychoanalytisch- systemischer Psychotherapie. München: Pfeiffer.
  • Fürstenau, P. (2001). Psychoanalytisch verstehen, systemisch denken, suggestiv intervenieren. Stuttgart: Pfeiffer bei Klett Cotta.
  • Fürstenau, P. (2002). Neue therapeutische Welt durch beidäugiges diagnostisch-therapeutisches Sehen. Vortrag 52. Lindauer Psychotherapiewochen, 26.4.2002.
  • Henderson, J. (1999). How to feel as good as you can inspite of everything. Selbstverlag.
  • Herman, J. (2003). Die Narben der Gewalt. Traumatische Erfahrungen verstehen und überwinden. Paderborn: Junfermann.
  • Janssen, P.L. (1987). Psychoanalytische Therapie in der Klinik. Stuttgart: Klett-Cotta.
  • Kernberg, O.F. (1975). Borderline-Störungen und patholgoischer Narzissmus. Frankfurt/M.: Suhrkamp.
  • Levine, P. (1998). Traumaheilung. Essen: Synthesis.
  • Moses, R. (1978). Adult psychic trauma: the question of early predisposition and some detailed mechanism. Int. J. Psycho-Anal., 59, 353-363.
  • Reddemann, L. (2001). Imagination als heilsame Kraft. Zur Behandlung von Traumafolgen mit ressourcenorientierten Verfahren (8.Aufl. 2003). Stuttgart: Pfeiffer bei Klett-Cotta.
  • Reddemann, L. (in Vorbereitung). Manual der psychodynamisch imaginativen Traumatherapie. Stuttgart: Pfeiffer bei Klett Cotta.
  • Reddemann, L. & Sachsse, U. (2000). Traumazentrierte Psychotherapie der chronifizierten, komplexen Posttraumatischen Belastungsstörung vom Phänotyp der Borderline-Persönlichkeitsstörung. In O.F. Kernberg, B. Dulz & U. Sachsse, Handbuch der Borderline- Störungen. Stuttgart: Schattauer.
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Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer