Zwanghafte Persönlichkeitsstörung

Menschen mit einer zwanghaften (auch: anankastischen) Persönlichkeitsstörung neigen zu Perfektionismus, beharren starr auf bestimmten Regeln oder Verhaltensabläufen und tendieren dazu, Dinge zu kontrollieren. Sie sind oft nicht bereit, sich an Gewohnheiten oder Eigenarten anderer Menschen anzupassen und bestehen darauf, dass diese sich ihren eigenen Gewohnheiten unterordnen. Sie haben oft Gefühle von Zweifel und sind in vielen Dingen besonders vorsichtig. Wegen ihrer hohen Ansprüche haben sie Schwierigkeiten, Aufgaben und Pläne in die Tat umzusetzen, und aus Angst vor Fehlern fällt es ihnen oft schwer, Entscheidungen zu treffen. Darüber hinaus haben sie Schwierigkeiten, Gefühle auszudrücken, so dass sie auf andere oft kühl und rational wirken.

Patrick, 34 Jahre alt, ist der jüngere von zwei Söhnen. Seine Eltern arbeiten erfolgreich in akademischen Berufen, sein Vater ist Ingenieur, seine Mutter Hochschullehrerin. Seine Eltern waren immer ziemlich streng, und ihr Leben war extrem gut geplant: So gab es Tages- und Wochenpläne mit allen anstehenden Aufgaben, die in der Wohnung aufgehängt wurden. Urlaube wurden ein oder zwei Jahre im Voraus organisiert.

Prof. Dr. Dr. Erich W. Burrer